Witten liegt im Ruhrgebiet und ist historisch nicht als Hochwasser-Hotspot bekannt. Doch in den letzten Jahren haben sich die Extremwetterereignisse gehäuft, was auch in Witten spürbar ist. Besonders Starkregen durch Unwetter führt immer häufiger zu Überflutungen von Straßen, Unterführungen und Kellern. Diese Entwicklung wird unter anderem auf den Klimawandel zurückgeführt, der extreme Wetterbedingungen begünstigt.

Die Stadt Witten, mit ihrer Lage an der Ruhr, leidet immer öfter auch unter den Folgen von plötzlichem Starkregen, der die städtische Kanalisation überlasten kann. Besonders gefährdet sind Gebiete in Flussnähe oder tief gelegene Stadtteile. Bereits 2021 und 2022 gab es Überschwemmungen, die Keller volllaufen ließen, Straßen unpassierbar machten und die Infrastruktur belasteten.

Hochwasser über eine Wiese kurz davor eine Sitzbank zu überfluten

Beispiele für Hochwasserereignisse in Witten

  • Juli 2021: Ein verheerendes Hochwasser traf Witten, bei dem die Ruhr einen Rekordpegel von knapp 7,30 Metern erreichte. Dieses Ereignis übertraf sogar das als “Jahrhunderthochwasser” bezeichnete Hochwasser von 2007 um 50 Zentimeter.
  • Dezember 2022: Erneut kam es zu Überschwemmungen, bei denen die Ruhr über die Ufer trat und die Ruhrauen überflutete. Dank der Ausdehnung in die Auen konnten größere Schäden in bebauten Gebieten vermieden werden. ​

Diese Ereignisse verdeutlichen, dass auch Regionen wie Witten, die früher weniger betroffen waren, zunehmend mit Hochwasser konfrontiert werden. Ursachen hierfür können veränderte Wetterbedingungen und häufigere Starkregenfälle und Regenfällen im Zuge des Klimawandels sein. Es ist daher wichtig, präventive Maßnahmen zu ergreifen und sich auf mögliche Hochwasserereignisse vorzubereiten.​

Gefahren durch Hochwasser und Strom – Ein tödliches Duo

Strom und Wasser sind eine lebensgefährliche Kombination. Bereits geringe Mengen Feuchtigkeit können ausreichen, um Kurzschlüsse auszulösen oder lebensgefährliche Stromschläge zu verursachen. Besonders betroffen sind:

  • Unterwasser stehende Steckdosen und Kabel – Sie können unbemerkt unter Spannung stehen.
  • Durchfeuchtete elektrische Geräte – Waschmaschinen, Heizungen oder Kühlschränke können nach einem Hochwasser zur Gefahr werden.
  • Keller mit Wasserstand über Steckdosenhöhe – Hier besteht akute Lebensgefahr durch Stromschläge.

Ein weiteres Problem: Viele Menschen versuchen nach einer Überflutung unüberlegt, den Strom wieder einzuschalten, ohne vorherige Kontrolle durch Fachleute. Das kann zu Bränden oder weiteren Schäden führen.

Die Rolle der Elektriker im Katastrophenfall

Nach einem Hochwasser gehören Elektriker zu den wichtigsten Helfern. Ihre Aufgaben sind vielfältig:

  1. Stromversorgung abschalten: Bevor ein Haus betreten wird, müssen Elektriker prüfen, ob noch Spannung anliegt. Oft ist eine vollständige Abschaltung durch den Energieversorger nötig.
  2. Sicherheitsprüfung der Elektroinstallation: Wurden Kabel, Sicherungskästen oder Verteilerkästen beschädigt? Ist die Elektrik überhaupt noch funktionsfähig?
  3. Reparatur und Wiederherstellung: Oft müssen Teile der Installation ausgetauscht werden, bevor das Gebäude wieder ans Netz angeschlossen werden kann.
  4. Zusammenarbeit mit Rettungskräften: In überfluteten Gebieten sichern Elektriker Stromleitungen, damit Helfer gefahrlos arbeiten können.

Ohne ihre Arbeit wäre es unmöglich, nach einem Hochwasser sicher und schnell zur Normalität zurückzukehren.

Hilfe vom Roten Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet in solchen Fällen eine wertvolle Anlaufstelle. In Witten, Bochum, Dortmund und dem gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis hat das DRK eine Beratungsstelle eingerichtet, die Betroffenen unbürokratisch zur Seite steht. Hier können Betroffene Unterstützung bei der Antragstellung erhalten und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen in Anspruch nehmen.

Ein besonderer Spendentopf des DRK hilft dabei, Existenzen zu schützen, wenn Versicherungen nicht zahlen oder staatliche Gelder aufgrund bürokratischer Hürden nicht gewährt werden. Das Projekt „Herz und Seelenhilfe“ des DRK bietet zudem praktische und finanzielle Unterstützung für Menschen in den Schadensgebieten. Diese Hilfe ist entscheidend, um den Betroffenen zu ermöglichen, die Auswirkungen des Hochwassers zu überwinden und ihre Existenzen wieder aufzubauen.

Vorbeugende Maßnahmen für Haushalte und Unternehmen

Glücklicherweise gibt es einige Maßnahmen, mit denen sich Hausbesitzer und Unternehmen auf Hochwasser vorbereiten können: Es ist wichtig, dass Hausbesitzer und Unternehmen Zugang zu aktuellen Informationen über Hochwasserschutzmaßnahmen haben.

  • Steckdosen und Sicherungskästen höher anbringen: In hochwassergefährdeten Gebieten sollten Steckdosen nicht direkt über dem Boden angebracht werden.
  • FI-Schutzschalter installieren: Diese unterbrechen sofort den Stromkreis, wenn Feuchtigkeit erkannt wird.
  • Elektrische Geräte im Keller absichern: Waschmaschinen, Trockner oder Heizungen sollten auf Podesten stehen oder im Notfall leicht abzubauen sein.
  • Notfallplan erstellen: Bewohner sollten wissen, wo sich der Sicherungskasten befindet und wie sie im Ernstfall den Strom abschalten können.

Durch diese Maßnahmen lassen sich schwere Schäden verhindern und die Sicherheit deutlich erhöhen.

Elektriker als Lebensretter und Krisenhelfer

Die Arbeit von Elektrikern ist in Hochwassergebieten unerlässlich. Sie sorgen nicht nur dafür, dass Stromnetze wieder funktionieren, sondern retten mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung auch Leben. In Städten wie Witten, die in Zukunft womöglich öfter von Hochwasser betroffen sein werden, sollten sich Haushalte und Unternehmen frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen. Auch andere Städte in der Region, wie Wuppertal, sind zunehmend von Hochwasser betroffen und müssen entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen. Denn eines ist sicher: Vorsorge ist der beste Schutz vor den gefährlichen Folgen von Wasser und Elektrizität.

Hast du schon Maßnahmen ergriffen, um deine Elektroinstallation hochwassersicher zu machen und eine Elekrosanierung durchzuführen? Falls nicht, könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein.